2008-09-13
Versprochen ist versprochenalso dann noch der zweite Teil:
Na Bravo. Da sitz ich also im falschen Zug. Ich versuch mit an die Telefonnummer zu Bahnauskunft zu errinnern. Nach dem dritten Versuch klappts und ich komm durch. Ich sag ihm, dass ich sofort einen Zug von Wels nach Wien brauch. Er sagt der nächste geht um 3:30 Uhr. Na super.. Aber ich könnte in 10 Minuten nach Linzu zurückfahren, schlägt er vor. Das klingt gut, da hab ich wenigsten noch die anderen Leute beim Weinfest.
Ich mach ich am Bahnhof auf dem Weg zum richtigen Bahnsteig. Mir kommt ein Schaffner entgegen und der meint dann dass der Zug den ich mein am Samstag leider nicht fährt. Es fährt erst um 3:25 einer nach Linz. Also bin ich bis halb vier mal sicher hier in Wels.
Im Bahnhof ist keine Menschenseele und es hat auch as Bahnhofsresti nicht mehr offen. Ich schlendere vorne raus und schau mich ein bissl um. Da seh ich drei Sandler zu denen ich mich dazu setze und frage wo ich jetzt noch die Zeit totschlagen könnte. Zwei fangen an zu streiten ob die Tankstelle irgendwo weit hintern Bahnhof jetzt noch offen hat oder nicht. Der eine erzählt mir das er hier so gerne sitzt da hier so viele schöne Damen vorbeigehen und die im Sommmer ja fast nichts an haben.
Danach erzählen sie mir noch, dass heute auch Welser Volksfest ist und das leider grad der letzte Shuttlebus gefahren ist, aber das man zu Fuß nur 20 Minuten braucht oder halt ein Taxi nehmen muss. Dann kommt ein Junger Typ vorbei mit Bierdose in der Hand und fragt uns wie man am gscheitesten zum Volksfest kommt. Ich erklär ihm das fachkundig und mach gleich aus, dass wir uns ein Taxi teilen.
Beim warten aufs Taxi erzählt mir der Typ von unserem 3:1 Sieg gegen Frankreich. Unglaublich! Als wir dann ein paar Minuten später am Volksfest ankommen den ich mir: UNGLAUBLICH!
Na hawideri da war was los. Das Messegelände ist nicht mal so klein in Wels. Und dort gibts ein großes Bierzelt, eine Weinhalle die auch nicht klein ist, zwischendurch noch so ein Grillhendl-Restaurant, Tagata, Breakdance und alle möglichen Kirchtagsfahrgeschäfte. Dazu halt noch haufenweise Schaumrollen-, Zuckerwatte-, Schießbuden und alles was halt zu einem gscheiten Volksfest so dazugehört.
Die ganzen Besuchen haben sich alle voll aufgebrezelt und sind ausnahmslos rauschig! Glitzer-Fokuhila-Krocher gibts genausoviel wie so möchtegern Förster in Tracht. Und ich mitten drin. Ich hol mir zuerst mal ein Bier und spazier über das Gelände. Vor den Automaten wo man seine Kraft messen kann stauen sich die Prolos und im Biertische schunkeln die Leute zu "I am from Austria" auf den Tischen und schwenken Österreichfahnen.
Im Weinzelt spielt viel zu laut Aprés Ski Musik und auch hier tanzen die Hälfte der Leute auf den Tischen. Ich dreng mich überall durch damich auch alles gesehen. Ich rede einwenig mit der örtlichen Prominenz am Nobel stand und schnorr mir eine Moods. Dann geh ich weiter zum Hillinger Stand und wollt einen Wein probieren, sie hatten aber nur noch den billigsten also bin ich nach kurzem Small Talk wieder weiter. Ein bissl auf die Tanzfläche weil sie grad drei lieder lang echt gute Musik gespielt haben. Danach schwappts wieder zu DJ Ötzi über und ich verlasse das Weinhaus.
Ich schlender rüber Richtung Bierzelt, setzt mich aber vorher noch mal kurz auf ein Bankerl um den kleinen Teich zu beobachten. Auf einmal laufen zwei Mädels von hinten auf mich zu und versuchen mich samt Bankerl umzuschmeisen. Als ich Fragen wollte wieso sind sie schon wieder davongelaufen.
Das Bierzelt hat dann leider schon zu, also geh ich dort hin wo sich die meisten Menschen versammeln. Das ist vor dem kleinen Wieselburgerzelt. Ich hol mir noch ein Bier und will mich zu ein paar Leuten dazusetzen. Immerhin lauf ich ja schon weit zwei Stunden hier herum.
Dort gibt es mehrere Bierbänke wo entweder halt ältere Leute zusammensitzen und Gaudi haben oder wo halt jüngere Leute zusammensitzen und Gaudi haben. Und dann gibts einen Tisch wo eine so um die zwanzig bis fünfundzwanzig und ein Typ so um die 55 sitzen die grantig schaun und keine Gaudi haben. Zu denen setz ich mich.
Wie sich herausstellt ist sie 22, kommt aus Zell am See, ist gelernte Spänglerin und seit über einem Jahr Arbeitslos. Hobbies sind alleine aufs Welser Volksfest zu fahren oder mit dem Zug zum GTI treffen zu fahren.
Er hat gemeint er redet nicht gern. Und das war auch das einzige was er bis drei gesagt hat.
Tja so eine viertel Stunde bevor mein Zug ging bin ich dann losgegangen Richtung Bahnhof. Leider wollten grad haufenweise Leute heim darum war es unmöglich ein Taxi zu ergattern. Ich mal mir schon die Horrorszenarien aus was passiert wenn ich den Zug jezt versäum. Irendwann dawisch ich doch ein Taxi und der Typ rast mich zum Bahnhof, rechtzeitig.
Irgendwann um sechs in der früh komm ich in der Wohnung an und fall wie tod ins Bett.
Das Arbeiten am nächsten Tag war die reine Qual.